Vom ruhigen Riehen ins Lichtermeer von Basel - Eine vorweihnachtliche Wanderung zum Basler Weihnachtsmarkt


Unsere heutige Wanderung soll uns vom ruhigen Riehen hinein ins vorweihnachtliche Basel führen. Wir erwarten einen sanften Einstieg durch grüne Parklandschaften, bevor wir uns Schritt für Schritt der Stadt nähern. Ohne Eile wollen wir uns dem Lichterglanz annähern, mit dem Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz und am Barfüsserplatz als bewusst erwandertem Höhepunkt.


Wir reisten mit dem Zug nach Basel und fuhren von dort mit dem Tram bis nach Riehen Dorf, wo unsere Wanderung beginnen konnte. Kaum hatten wir die Tramstation hinter uns gelassen, entfernten wir uns vom städtischen Rhythmus und folgten der Markierung hinein in den kleinen Wettsteinpark. Dieser war rasch durchquert und wirkte wie ein kurzer Übergang zwischen Ankommen und Aufbrechen. Bald darauf unterquerten wir die Gleisanlagen beim Bahnhof Riehen und liessen den Verkehr endgültig hinter uns.


Der Weg führte nun ruhig durch ein Wohnquartier hinaus, bis sich die Umgebung öffnete und wir den Rand des Wenkenparks erreichten. Mit einem Mal wurde es weiter, grüner und stiller. Der Wenkenpark, einst Teil eines grosszügigen Landsitzes, empfing uns mit alten Bäumen, weiten Wiesen und einer beinahe herrschaftlichen Ruhe. Die gepflegten Wege und Sichtachsen liessen erahnen, dass dieser Ort bewusst gestaltet wurde – nicht als Durchgang, sondern als Raum zum Verweilen.


Wir folgten dem schmalen Strässchen weiter durch den Park und erblickten dabei die Villa Wenkenhof, die leicht zurückversetzt im Grünen liegt. Der stattliche Bau wirkt auch heute noch wie ein stiller Zeuge vergangener Zeiten und verleiht dem Park eine besondere, fast aristokratische Note. Am Rand des Wenkenparks gönnten wir uns einen kurzen Abstecher in den Wackernagel-Park, der im Volksmund liebevoll „Bim Häxehüüsli“ genannt wird. Das kleine Häuschen und die etwas versteckte Lage verleihen diesem Ort etwas Märchenhaftes. Gerade in der ruhigeren Jahreszeit entsteht hier eine fast verwunschene Stimmung, die zum Innehalten einlädt.


Zurück auf der markierten Wanderroute folgten wir erneut dem Strässchen, das uns allmählich hinauf zur bewaldeten Kuppe des Wenkenbucks führte. Der Asphalt ging in Naturbelag über und fast unmerklich tauchten wir in den Wald ein. Das breite Forststrässchen zog sich ruhig über die Kuppe hinweg. Ohne grosse Aussicht, ohne dramatische Höhepunkte – und vielleicht gerade deshalb so angenehm. Erst ein unscheinbares Grenzzeichen machte uns bewusst, dass wir hier beinahe unbemerkt die Staatsgrenze zu Deutschland überquert hatten.


Dem Weg folgend erreichten wir den Horngraben und hielten uns weiter in Richtung Hornfelsen. Der schmale Pfad führte nun leicht hinab durch den Wald zu einem stillen Aussichtspunkt. Unten angekommen öffnete sich der Blick überraschend: Tief unter uns zog der Rhein seine Bahn, dahinter lag Basel mit seinen Dächern, Brücken und Kirchtürmen. Der Hornfelsen ist kein inszenierter Aussichtspunkt, sondern eine natürliche Öffnung im Wald – gerade deshalb wirkt der Ausblick unmittelbar und eindrücklich.


Nach einer kurzen Pause wanderten wir auf schmalen Weglein wieder zurück auf Schweizer Boden. Eine Strasse führte uns am Friedhof am Hörnli vorbei, dessen Weite und Ruhe einen stillen Kontrast zur nahen Stadt bildeten. Bald darauf unterquerten wir die Bahnlinie und tauchten unerwartet in eine Welt aus Schrebergärten ein. Kleine Häuschen, Zäune und winterlich ruhende Beete begleiteten uns auf dem Weg hinunter zum Rheinufer.


Dem Rhein folgend erreichten wir das Birsköpfli, wo sich die Birs kurz vor ihrer Mündung bemerkbar macht. Mit dem Überqueren des Flusses passierten wir gleichzeitig die letzte Kantonsgrenze unserer Wanderung und standen nun endgültig auf Boden von Basel-Stadt. In der Ferne grüssten bereits die beiden Roche-Türme, die markant über der Stadt aufragen und einen modernen Gegenpol zur historischen Altstadt bilden.


Wir folgten dem attraktiven Uferweg noch ein Stück, verliessen ihn dann im Quartier St. Alban und liessen uns entlang der Strasse hinauf in Richtung Innenstadt führen. Schliesslich erreichten wir den Münsterplatz, wo das Basler Münster mit seinem roten Sandstein, den farbigen Dachziegeln und den schlanken Türmen das Stadtbild prägt. Rund um das Münster hatte der Weihnachtsmarkt seine Hütten aufgebaut. Warmes Licht spiegelte sich auf dem Kopfsteinpflaster, der Duft von Glühwein und Gewürzen lag in der Luft. Über die Gassen gelangten wir weiter zum Barfüsserplatz, wo es lebhafter und dichter wurde – Stimmen, Musik und Lichter bildeten den passenden Abschluss unserer Wanderung.


Fazit


Auf rund 10 Kilometern führte uns diese Wanderung in etwa zweieinhalb Stunden Gehzeit vom ruhigen Riehen bis mitten ins festlich beleuchtete Basel. Mit rund 160 Höhenmetern im Aufstieg blieb die Route stets angenehm und gut machbar. Der Weg durch Parks, über bewaldete Höhen, entlang von Rhein und Birs und schliesslich zum Weihnachtsmarkt zeigte eindrücklich, wie nah Natur, Grenzen und Stadt hier beieinanderliegen. Eine ideale Adventswanderung – mit einem Ziel, das man sich Schritt für Schritt verdient…

Riehen - Hornfelsen - Basel Barfüsserplatz

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